„Lass die Ernährung Deine Medizin sein“ Hippokrates

Kürzlich in meiner Praxis:

Patient mit Reizdarmsyndrom, dessen Symptome bereits auf der Haut sichtbar, als auch im Befinden spürbar sind:

– Quaddelbildung auf der Haut
– Gefühl der Atemnot und Herzklopfen je nach Nahrungsmittel
– vermehrte Schleimbildung in den oberen Atemwegen mit Fliessschnupfen nach Mahlzeiten
– Blähungen mit Schmerzreiz
– Herzryhtmusstörungen in der Nacht,  die bereits kardiologisch abgeklärt wurden
– Extreme Müdigkeit bis Erschöpfung
– Hirnnebel
– Wechselhafter Stuhlgang mit Blähungen
– Dicker Bauch – wie schwanger und nach den Mahlzeiten aufgetrieben
– Sodbrennen
– Schmerzen in Muskel und Gelenken
– das Gefühl schwerkrank zu sein, mit beginnender Depression

…. und wie bei vorherigen Betroffenen, höre ich oft den gleichen Satz:


„Ich verstehe das nicht, ich habe das doch immer vertragen, warum jetzt auf einmal nicht mehr? Kann ich nicht irgendeine Tablette nehmen und dann ist es weg?“.

Natürlich kann der Patient eine Tablette nehmen. Ich kann ihm Tabletten gegen die Blähungsschmerzen aufschreiben, Antihistaminika gegen die Reaktionen der Histaminintoleranz, Antiblähmittel gegen die Blähungen und noch eine weitere Tablette gegen die Magensäure, damit er kein Sodbrennen mehr hat.

Die Folge wäre:

Er hätte zwar keine Blähungsschmerzen mehr, aber der Darm würde seiner natürlichen Peristaltik (weiterführen vom Nahrungsbrei) nicht mehr folgen. Durch die dauerhafte Einnahme von Antihistaminika würden zwar die Haut-Reaktionen zurück gehen, aber dies würde später dazu führen, dass er noch weniger verträgt und zudem das wichtige Warnsystem des Körpers ausgeschaltet ist.
Hinzu kommt, dass das Histamin in der natürlichen Menge im Körper an der Bildung und Steuerung von lebenswichtigen Funktionen sämtlicher Organe beteiligt ist und diese ebenfalls unterdrückt werden. Von der Unterdrückung des Stoffwechsels, ganz zu schweigen.

Antiblähmittel würde zwar die Luft in seinem Bauch binden, aber der Darm würde immer noch nicht richtig arbeiten und zu guter Letzt, unterdrücken wir die Produktion der Magensäure, und so könnte der Nahrungsbrei nicht für die weitere Verdauung im Dünn- und Dickdarm vorbereitet werden. Viele Nährstoffe würden verloren gehen. 

Hinzu kommen Müdigkeit und das Gefühl, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können, von den Nebenwirkungen der Medikamente ganz zu schweigen.

Einmal, oder hin- und wieder eingenommen, ist es kein Problem – öfter eingenommen, wird es dann aber zu einem Problem.
Mit den Medikamenten wird nicht die Ursache behoben, sondern die Symptome unterdrückt.

Aussagen wie : „Ich ernähre mich doch schon gesund – kein Zucker, viel Gemüse…. nur Vollkornbrot.. !“
Ernährung ist nicht gleich Ernährung bei Reizdarm, Neurodermitis oder Schuppenflechte und Gesund ist nicht gleich Gesund.
Zugeben, Brokkoli, Champignon sind gesund und lecker, aber bei z.B. Reizdarm leider ein absoluter Verstärker der Symptome. Das liegt an der Zuckerart, die in diesen Nahrungsmitteln, die durchaus gesund sind, vorhanden sind. Selbst die kleinste Menge kann bereits Symptome auslösen. Das gleiche gilt für Nahrungsmittel, die entzündungsfördernde Naturstoffe enthalten, sowie Fertigprodukte mit minimalen Zusatzstoffen, die eine Auswirkung auf den Darm haben und Entzündungsreaktionen im Körper mit Schmerzen auslösen können. Wir gehen nur nie davon aus, dass es das ist was wir essen, weil es ja Nahrungsmittel sind, dabei kann man anhand des folgenden Beispieles sehen, dass bereits eine kleine Menge ausreichend ist, um im Körper eine Wirkung zu erzielen:

Es gibt Medikamente, mit Wirkstoffgehalt im Milligramm – Microgramm – Bereich.
1mg – sind 0,001g 
1 Microgramm – sind 0, 000001g
Normalerweise mit dem Auge auf den ersten Blick nicht ganz sichtbar.

Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

Hier kann man als Beispiel die Verhütungspillen nehmen. Bei den Verhütungsmedikamenten gibt es unterschiedliche Dosierungen. Sie fangen teilweise bei 30 Mikrogramm an und steigen bis 75 Mikrogramm an.

Dies bedeutet, dass ein Wirkstoffgehalt von 0,000030g einen so großen Einfluss auf die Hormonbildung eines Menschen hat, dass hier eine Schwangerschaft verhindert wird.


Eine normale frei erhätliche Schmerztablette, hat einen Wirkstoff von 500mg, dies entspricht einer Menge von 0,5g, um bereits eine schmerzstillende Wirkung für mehrere Stunden zu erzielen. Hier wissen wir, dass diese Tablette eine Reaktion hervorruft und wenn wir davon zuviel nehmen, auch ernstere Folgen für unsere Gesundheit entstehen können.

Im übertragenen Sinne, essen wir Nahrungsmittel mit vielen Zusatzstoffen und gehen davon aus, dass diese, nur weil sie „Nahrungsmittel“ heißen, keine Reaktion im Körper hervorrufen, oder rechnen nicht damit, das gesunde Lebensmittel Stoffe enthalten können, die sich negativ auf unser Befinden auswirken können.
Alles was wir zu uns nehmen, ruft im Körper eine Reaktion hervor, diese kann positiv, als auch negativ sein. Wenn wir Nahrung zu uns nehmen, stillen wir in erster Linie unseren Hunger. Mit der Verdauung der Nahrung werden dem Körper wichtige Nährstoffe zugeführt und diese werden in den kleinsten Zellen verarbeitet.
Das Gleiche geschieht aber auch mit den künstlich zugeführten Zusatzstoffen und Hilfsmitteln, sowie veränderten Grundnahrungsmitteln, um diese schöner aussehen, länger haltbar, geschmacksintensiver, farbenfroher oder leichter verarbeitbar werden zu lassen. 

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay



Genau diese Zusatzstoffe rufen, ob wir wollen oder nicht, eine Reaktion im Körper hervor, die wir nur nicht sofort bemerken.
Je nach genetischer Prädisposition- (körperlichen Vorraussetzungen) bereits im Kindesalter oder später im Erwachsenenalter, diese können sehr vielfältig sein. Bei dem Einen können es Hautreizungen sein, bei dem Anderen Auswirkungen auf die Damflora und Darmschleimhaut, bei weiteren Menschen ruft es eine Allergie hervor.


In dem obigen Beispiel war es ein Patient mit Reizdarm, der eine Vorliebe für gelatinehaltige Fruchtgummi hatte, und diese in größeren Mengen tagtäglich konsumiert hat.
Bei einem anderen Patienten waren es der tägliche Konsum von weißen Mehlprodukten, mit allen möglichen verpackten Fertigprodukten, da er keine Zeit hatte selber zu kochen.

Andere konsumierten zuviel raffinierten Zucker, tranken täglich literweise Softgetränke etc.
Oftmals gefolgt von notwendigen Antibiotika-Einnahmen, die auf Grund immer wiederkehrender Infekte auch schon teilweise im sehr frühen Lebensalter gegeben wurden.


Nach neueren Erkenntnissen der Forschung kann bei einer Vielzahl der Erkrankungen wie:
Neurodermitis, Psoriasis, Allergien, Autoimmunkrankheiten, Gelenkschmerzen, Lebererkrankungen, Depressionen etc., ein Zusammenhang mit der Darmgesundheit und der Ernährung hergeleitet werden.

Was hilft nun bei einem Menschen, mit multiplen körperlichen Reaktionen, die wie vermutet von seinen Umgangsformen abhängen??

Hier ist es wichtig, den Menschen da abzuholen, wo er gerade steht.
Um eine Stuhlanalyse wird man nicht herum kommen, aber es gehört mehr dazu, als nur den Darm zu therapieren.
Hierbei spielt die Ernährung tatsächlich eine große Rolle. Bevor das „Kind in den Brunnen fällt“ und man erstmal um Medikamnte nicht herum kommt, ist es wichtig zu überdenken:

Was führen wir unserem Körper eigentlich zu?

Das heißt nicht, dass wir nun auf Lebenszeit auf alle Genüsse, die die Lebensmittelindustrie uns zur Verfügung gestellt hat, dauerhaft verzichten sollen.

Aber wir können uns überlegen, welche Lebensmittel wir in unseren Alltag dauerhaft integrieren und dafür Sorgen, dass unser Körper mit den wertvollen Nährstoffen die optimale Versorgung erhält:

Wenn z.B. der Reizdarm in voller Gänze gnadenlos zuschlägt, dann erfordert es tatsächlich anfangs eiserne Ernährungsdisziplin, die die Betroffenen an ihre Grenzen bringen kann.
Aber es gibt Lösungen, Möglichkeiten und Alternativen in der Ernährung, bei der man nicht die Nadel im Heuhaufen suchen muss, um das richtige Nahrungsmittel finden zu können.
Prä- und Probiotika sind wichtig, können aber falsch eingesetzt, einen „Schuss nach hinten geben“ und die Symptome verstärken. Hier kommt es tatsächlich drauf an, welche man einnimmt, wie und wann sie eingenommen werden sollten – oder ob man sie tatsächlich überhaupt einnehmen muss?
Die Natur hat uns so viele Nahrungsmittel gegeben, mit denen wir sehr viel Gutes für den Darm und damit für den Körper tun können, die wir auch in den gängigen Nahrungsmittelgeschäften finden können.
In schweren Fällen, werden ggf. anfangs zusätzlich pflanzliche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, die nach und nach abgesetzt werden können.
Das Gleiche gilt auch für Schuppenpflechte, Neurodermitis, etc. – auch hier spielt Ernährungsform eine große Rolle, was anfangs zwar Disziplin erfordert, aber später auch eine kurze Zeit der „Ernährungsünden“ verzeiht.

Nahrungsmittel werden oft nur auf den Hunger bezogen, oder dienen als Genussmittel – dabei kann Ernährung noch etwas mehr:

Wie Hippokrates schon sagte „Lass die Ernährung Deine Medizin sein!“

Eure Tuna

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